Aktuelle Therapie des fortgeschrittenen Nierenzellkarzinoms (mRCC)

Die Targeted Therapy beim Nierenzellkarzinom nach ASCO 2009

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Nierenkrebs - Angiogenese-Hemmer Bevacizumab auch für Nierenzellkrebs zugelassen

Behandlung von Nierenkrebspatienten mit Bevacizumab - Der Wirkstoff Bevacizumab, ein zu 93% humanisierter Antikörper, wird bereits erfolgreich in der Therapie von Darm-, Brust- und Lungenkrebs eingesetzt. Jetzt wird Bevacizumab, ein Angiogenese-Hemmer, ebenfalls zur Behandlung von Nierenkrebspatienten eingesetzt. Auch beim Nierenkrebs wird als Wirkprinzip von Bevacizumab die gezielte Unterbindung der Gefäßneubildung (Angiogenese) und damit die Unterbindung der Versorgung des Tumors mit Sauerstoff und Nährstoffen genutzt.

Krebserkrankungen – Aktuelle Krankheitssituation in Deutschland
Nierenkrebs ist die dritthäufigste urologische Krebsart nach Prostata- und Blasenkrebs. Über 13.500 Menschen erkranken jedes Jahr in Deutschland an Nierenkrebs. Die jährliche Steigerungsrate beträgt 2 bis 3 Prozent. Auf der ganzen Welt werden jährlich 200.000 Neuerkrankungen und 100.000 Sterbefälle registriert. Männer zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr sind zu 50 Prozent häufiger von Nierenkrebs betroffen als Frauen.

Hat der Krebs noch keine Tochtergeschwülste gebildet und ist somit auf die Niere lokalisiert, zeigt sich bei konservativer Therapie, dass über 80 Prozent der Patienten auch zehn Jahre nach der Diagnose Nierenkrebs noch leben. Bei einem Viertel der Patienten liegen jedoch bereits bei der Nierenkrebsdiagnose Metastasen vor. Bei dieser Patientengruppe beträgt die durchschnittliche Lebenserwartung bisher 10 Monate, denn Chemo-, Hormon- und Bestrahlungstherapien sind bei metastasierendem Nierenkarzinom unwirksam. Durch die zusätzliche Therapie mit Bevacizumab kann die Überlebenszeit bei verbesserter Lebensqualität deutlich verlängert werden.



Jährlich erkranken in Deutschland über 12.000 Menschen an Nierenkrebs. Bei etwa einem Viertel der Patienten sind zum Zeitpunkt der Diagnose bereits Metastasen vorhanden. Betroffen sind vor allem Menschen zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr, Männer etwa doppelt so häufig wie Frauen.


Bevacizumab unterbindet die Versorgung des Tumors
Bevacizumab bindet als Anti-VEGF-Antikörper an VEGF (Vascular Endothelial Growth Factor = Gefäßwand-Wachstumsfaktor). So wird die Angiogenese gehemmt.



Abb.1: Für sein Wachstum benötigt der Tumor Sauerstoff und Nährstoffe. Ab einer Größe von ca. 2 mm ist für eine ausreichende Versorgung die eigene Anbindung an das vorhandene Blutgefäßsystem erforderlich. Initiiert wird das Wachstum neuer Blutgefäße durch Sauerstoffmangel, in dessen Folge der Tumor den Wachstumsfaktor VEGF bildet. Neue Blutgefäße bilden sich aus, verbessern die Versorgung des Tumors mit Sauerstoff und Nährstoffen und stellen damit sein weiteres Wachstum sicher.

Für das Wachstum und die Vermehrung benötigen auch Krebszellen Sauerstoff und Nährstoffe. Der Wachstumsfaktor VEGF (vascular endothelial growth factor) sichert diese Versorgung. VGEF ist somit für die Neubildung von Blutgefäßen, der Angiogenese, verantwortlich.

Der Wirkstoff Bevacizumab ist ein biologischer Angiogenese-Hemmer. Er verbindet sich in den Blutgefäßen mit dem Wachstumsfaktor VEGF. Dadurch wird verhindert, dass das so gebundene VEGF an seine Rezeptoren an den Blutgefäßwänden andockt. Damit blockiert Bevacizumab die Aussendung von Signalen zur Bildung neuer Gefäße. Die für den Tumor lebensnotwendige Versorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen wird somit verhindert. In der Folge verhungert der Tumor und die Bildung von Metastasen wird unterbunden.


Wirkung von Bevacizumab

  • Rückbildung von Gefäßen zur Tumorversorgung
  • Normalisierung von Gefäßstrukturen
  • Hemmung von Gefäßneubildung



Therapie bei Nierenkrebs - Bevacizumab in Kombination mit Interferon als erfolgreiches Therapiekonzept bei fortgeschrittenem Nierenzellkarzinom
Durch die zusätzliche Therapie mit Bevacizumab in Kombination mit Interferon konnte das Fortschreiten der Erkrankung fast doppelt so lange aufgehalten werden, wie bei einer Therapie mit Interferon alleine. Außerdem sprachen mehr als doppelt so viele Patienten auf die Behandlung an. Dies zeigte eine internationale Studie, die zur Zulassung von Bevacizumab bei fortgeschrittenem Nierenkrebs geführt hat.

Ein vielversprecheder Therapieansatz für Krebspatienten - ein Medikament gegen viele Krebsarten

  • Der Wirkstoff Bevacizumab hat sich bereits bei vier Krebsarten als hochwirksam erwiesen
  • Das Überleben von Patienten mit Darmkrebs und Lungenkrebs wird verlängert
  • Verdoppelung der Zeit bei Patienten mit Brustkrebs und Nierenkrebs, in der die Erkrankung nicht weiter voranschreitet
  • Klinische Prüfung des Medikaments bei Bauchspeicheldrüsen-, Magen-, Eierstock- und Prostatakrebs und anderen Krebsarten
  • Über 250.000 bereits mit dem innovativen Wirkstoff behandelte Patienten





Abb.2: Nach der Behandlung mit Bevacizumab: Bereits entwickelte Blutgefäße haben sich zurückgebildet, die Versorgung des Tumors mit Sauerstoff und Nährstoffen ist unterbrochen - Wachstum und Metastasierung des Tumors sind somit gehemmt. Bevacizumab ist der erste reine VEGF-Antikörper in der Nierenkrebstherapie. Er bindet zielgerichtet an VEGF und verhindert so die Bindung des Wachstumsfaktor an seine Rezeptoren auf den Blutgefäßen (Anti-Angiogenese).

Quelle
Pressekonferenz Roche Pharma AG, Frankfurt am Main, Dienstag, 22. Januar 2008 – MEDIZIN ASPEKTE, Dr. Joachim Wolff

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