Empfehlungen an Politiker zur Gesundheitsprävention
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Lungenkrebs – Nicht nur Raucher erkranken am Lungenkarzinom - innovative Behandlung für alle gefordert
Lungenkrebs – Fakt ist: Lungenkrebspatienten fühlen sich bei der Frage "Rauchen Sie oder haben Sie geraucht?" stigmatisiert. Ob Lungenkrebspatienten von der Öffentlichkeit stigmatisiert werden, diskutierten zum Auftakt des Lungenkrebsmonat Persönlichkeiten von Fernsehen und Politik sowie erfahrene Mediziner im Spiegel-TV Studio Berlin. Als TV-Moderatoren nahmen an der Diskussionsrunde teil Sonja Zietlow, deren Vater im Januar 2009 an Lungenkrebs verstarb, Hugo Egon Balder, dessen Freund ebenfalls an Lungenkrebs verstarb sowie der Schauspieler Sky du Mont, der über dreißig Jahre Raucher gewesen war. Als Wirtschaftswissenschaftler nahmen Prof. Dr. Dr. h.c. Bert Rürup teil sowie von den Medizinern der Pneumologe Prof. Dr. Christian Grohé und der Onkologe Prof. Dr. Norbert Frickhofen. Der SAT.1-Moderator, Ulrich Meyer, führte in das brisante Thema ein und lieferte mit seinen direkten und interessanten Fragen immer wieder neue Diskussionsgrundlagen.
Im Eingansstatement forderte Barbara Baysal, Lungenkrebspatientin und Gründerin der Selbstilfegruppe „Lungenkrebs Berlin“, für die Erkrankten „Wir wollen von Ärzten und der Bevölkerung nicht länger als Lungenkrebspatienten stigmatisiert werden, schließlich erkranken auch Nichtraucher an Lungenkrebs!“
"Rauchen Sie?" - die typische Frage eines Arztes während der Anamnese
Für den behandelnden Arzt kann die Antwort auf die Frage "Rauchen Sie?" im Rahmen der Anamnese eines Lungenkrebspatienten Aufschluss über die Art des Lungenkrebses, seine Entstehung und schließlich die Behandlung geben. Denn nach Prof. Dr. med. Christian Grohe verläuft der Lungenkrebs eines Rauchers gefährlicher als das Lungenkarzinom eines Nichtrauchers. Mit der Antwort auf die Frage des Mediziners, ob der Lungenkrebspatient Raucher oder Nichtraucher ist, definiert der Mediziner somit in Ergänzung zur Diagnostik zukünftige Therapieoptionen.
Lungenkrebspatienten – „Haben Sie geraucht?“ – Frage von Patienten unerwünscht
Lungenkrebspatienten hingegen empfinden die Frage nach der Nikotinsucht als unnötig, gar lästig und beschämend. Sie vertreten die Meinung, dass die Frage nicht unbedingt zur Klärung der therapeutischen Zielrichtung beiträgt. „Denn es erkranken ja auch Nichtraucher an Lungenkrebs“ , argumentiert Barbara Baysal, selbst an Lungenkrebs erkrankte ehemalige Raucherin: "Niemand fragt zum Beispiel Darm- oder Brustkrebspatientinnen oder -patienten, ob sie geraucht haben. Wir, die Lungenkrebspatienten, wünschen uns ebenso den Verzicht dieser Frage. Schluss mit dem Negativ-Branding der Gesellschaft und der Ärzte. Es darf nicht sein, dass viele Ärzte aus Unwissenheit vorausetzten, dass Lungenkrebspatienten auch immer geraucht haben müssen. Hier muss Aufklärung und Informationsstreuung betrieben werden. "
Bevölkerung: „Wer raucht und an Lungenkrebs erkrankt ist selbst schuld“
Auch in der Bevölkerung fehlt das medizinische Verständnis. Hier ist verankert, dass das Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken, bei Rauchern deutlich höher ist, als bei Nichtrauchern. Aus der Sicht des Ökonomen vertritt Prof. Dr. Dr. h.v. Bert Rürup den Standpunkt: „Wer raucht, geht bewusst ein - mit hohen individuellen wie gesellschaftlichen Folgekosten verbundenes - gesundheitliches Risiko ein. Als Ökonom bin ich deswegen dafür, zu versuchen, diese Kosten zu internalisieren. D.h. die Raucher sollten Teile dieser Kosten in Form höherer Tabaksteuern tragen, und zudem sollte man überlegen, zumindest einen Teil des Tabaksteueraufkommens zweckgebunden für die Finanzierung des Gesundheitssystems aufzuwenden."
Diese Meinung basiert auf seiner mehrjährigen Erfahrung als Sachverständiger unseres sozialen Sicherungssystem und als Kenner der wirtschaftlichen Probleme unserer Gesellschaft. Rürup: "Ein großes Problem bestand immer darin, die unterschiedlichen Interessen der verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen abzuwägen. Einvernehmliche Lösungen waren hierbei die Ausnahme. Natürlich gibt es auch beim Thema Rauchen und den damit verbundenen Gesundheitsproblemen Konflikte."
Raucher kämpfen allein gegen ihre Sucht
Häufiges Problem von Rauchern, die auf den Griff zum Glimmstengel verzichten wollen, ist, dass sie alleine sind im Kampf mit den Nebenwirkungen beim abfallenden Nikotinspiegel und den auftretenden Entzugserscheinungen. Nichtraucher und Ärzte sollten erkennen und akzeptieren, dass Rauchen eine Sucht ist, unterstreicht Schauspieler und Buchautor Sky du Mont aus eigener Erfahrung: "Nur wer jemals geraucht hat, weiß, wie schwer es ist, von dieser Sucht los zu kommen."

Talkrunde: Barbara Baysal, Moderator: Ulrich Meyer, Prof. Dr. Christian Grohé, Prof. Dr. Norbert Frickhofen (Foto: MEDIZIN ASPEKTE)
Während Drogensüchtigen intensive Entziehungsprogramme angeboten werden, sind Raucher - auch nach einer so lebensbeeinträchtigenden Diagnose wie "Lungenkrebs" - mehrheitlich auf sich alleine gestellt. So ist es nach der Überzeugung von du Mont nicht verwunderlich, wenn 30% der Raucher nach dem Entschluss, mit dem Rauchen aufzuhören, rückfällig werden. Bei Drogensüchtigen sind es hingegen nur 17%. Aus diesen Anmerkungen lässt sich die Frage ableiten, ob konzertierte Antiraucher-Aktionen mit Krankenkassenangeboten gezielter Entziehungprogramme erfolgreicher sind als alleinige Rauchverbote. Diese schützen zwar den Nichtraucher, helfen dem Raucher aber wenig oder gar nicht, von seiner Sucht loszukommen.
Lungenkrebs – Zahlen und Fakten
Nach Untersuchungen der WHO sterben an den Folgen des Tabakkonsums weltweit ca. 5 Mio. Menschen jährlich. Damit verlieren mehr Personen durch die Folgen des Rauchens ihr Leben als durch HIV, Malaria und Tuberkulose zusammen (1). In Deutschland sind es 110 000 bis 140 000 Menschen, die an den Folgen des Rauchens und rund 3300 Menschen an den Folgen des Passivrauchens sterben. (2) Jährlich gibt es 45.000 Neuerkrankungen in Deutschland. Davon sind 70% nicht heilbar.

Talkrunde: Prof. Dr. Dr. h.c. Bert Rürup, Barbara Baysal, Ulrich Meyer, Hugon Egon Balder, Sky du Mont, Sonja Zietlow (Foto: mr)
In frühen Stadien wird Lungenkrebs nur selten erkannt, da der Patient keine gesundheitlichen Veränderungen wie z.B. Schmerzen bemerkt. Erst wenn der Tumor in umliegendes Gewebe hineinwächst, macht er sich mit Husten, Blutauswurf, Schmerzen in der Brustwand oder Atemnot bemerkbar. „In diesem Stadium ist der Krebs oft schon weit fortgeschritten und schwierig zu behandeln“, unterstreicht Prof. Dr. Norbert Frickhofen.
Ärztliche Betreuung bei Lungenkrebspatienten in Deutschland verbesserungswürdig
Im Rahmen der Experten-Diskussion wurden Ansätze erörtert, die zu einer Verbesserung in der Prävention und Therapie von Lungenkrebs beitragen:
Therapie von Lungenkrebs - Fortschritte der Forschung
Um zu entscheiden, welche Therapie geeignet ist, untersuchen Mediziner heute zunächst anhand einer Gewebeprobe, um welche Art von Tumor es sich handelt und welche Merkmale die Tumorzellen aufweisen. Zur Zeit forschen Wissenschaftler an weiteren Tumormerkmalen, die vorhersagen können, welches Medikament bei welchem Patienten am besten wirkt.
Lungenkarzinom - mit Chemotherapie und zielgerichteter Therapie den Tumor bekämpfen
Schon heute profitieren Lungenkrebspatienten von den Fortschritten der Medizin. Früher stand als einzige Behandlungsmöglichkeit im fortgeschrittenen Krankheitsstadium nach der Operation die Chemotherapie zur Verfügung, die sich relativ unspezifisch gegen alle Körperzellen richtet. Heute gibt es zusätzlich sogenannte zielgerichtete Therapien, die direkt an den Tumorzellen wirken.
Angiogenese-Hemmung und Tyrosinkinase-Hemmung als Kombination bei der Lungenkrebstherapie
Zu den zielgerichteten Therapien zählen die Angiogenese-Hemmung und die Tyrosinkinase-Hemmung. Der Angiogenesehemmer verhindert die Bildung neuer, tumoreigener Blutgefäße und schneidet den Tumor gewissermaßen von der Nährstoff- und Sauerstoffversorgung ab. Der Krebs wird regelrecht ausgehungert. Der Tyrosinkinase-Hemmer wird einmal täglich als Tablette eingenommen und verhindert die Übertragung von Wachstumssignalen innerhalb der Krebszellen, wodurch deren Vermehrung gebremst wird. Auf diese Weise kann sich der Krebs nicht weiter ausbreiten, und das Fortschreiten der Erkrankung verzögert sich. Das erhöht die Lebenserwartung der Patienten und verbessert deren Lebensqualität. Symptome wie Atemnot und Husten gehen zurück.
Individualisierte Therapie: Auch die Bedürfnisse des Patienten berücksichtigen
Welche Therapie für den einzelnen Patienten in Frage kommt, hängt aber nicht nur von medizinischen Faktoren ab, sondern auch von der persönlichen Lebenssituation und den Bedürfnissen des Betroffenen. Darüber sollte der Patient mit seinem Arzt offen sprechen, um mit ihm gemeinsam die richtige Entscheidung zu treffen.
Prävention: Schauspieler und TV-Moderatoren engagieren sich
Die optimale medizinische Versorgung mit innovativen Arzneimitteln ist bei der Therapie von Krebserkrankungen eine Forderung an unser Gesundheitssystem. Ideal wäre es jedoch für alle Betroffen, wenn es erst gar nicht zur Krankheit kommt. Bekannte Schauspieler und TV-Moderatoren sind sich einig, dass sich Krankheiten nur durch Vorsorgemassnahmen vermeiden lassen. Die gezielte Durchführung von Präventionsprogrammen in Grund- und weiterführenden Schulen ist dabei ein sinnvoller Weg, wie es der bekannte TV-Moderator Ulrich Meyer auf den Punkt bringt. (Dr. Joachim Wolff, MEDIZIN ASPEKTE; 10/2009)
Weitere Informationen
... finden Patienten und deren Angehörige in unseren Journalen unter:
Quellen
Im Eingansstatement forderte Barbara Baysal, Lungenkrebspatientin und Gründerin der Selbstilfegruppe „Lungenkrebs Berlin“, für die Erkrankten „Wir wollen von Ärzten und der Bevölkerung nicht länger als Lungenkrebspatienten stigmatisiert werden, schließlich erkranken auch Nichtraucher an Lungenkrebs!“
"Rauchen Sie?" - die typische Frage eines Arztes während der Anamnese
Für den behandelnden Arzt kann die Antwort auf die Frage "Rauchen Sie?" im Rahmen der Anamnese eines Lungenkrebspatienten Aufschluss über die Art des Lungenkrebses, seine Entstehung und schließlich die Behandlung geben. Denn nach Prof. Dr. med. Christian Grohe verläuft der Lungenkrebs eines Rauchers gefährlicher als das Lungenkarzinom eines Nichtrauchers. Mit der Antwort auf die Frage des Mediziners, ob der Lungenkrebspatient Raucher oder Nichtraucher ist, definiert der Mediziner somit in Ergänzung zur Diagnostik zukünftige Therapieoptionen.
Lungenkrebspatienten – „Haben Sie geraucht?“ – Frage von Patienten unerwünscht
Lungenkrebspatienten hingegen empfinden die Frage nach der Nikotinsucht als unnötig, gar lästig und beschämend. Sie vertreten die Meinung, dass die Frage nicht unbedingt zur Klärung der therapeutischen Zielrichtung beiträgt. „Denn es erkranken ja auch Nichtraucher an Lungenkrebs“ , argumentiert Barbara Baysal, selbst an Lungenkrebs erkrankte ehemalige Raucherin: "Niemand fragt zum Beispiel Darm- oder Brustkrebspatientinnen oder -patienten, ob sie geraucht haben. Wir, die Lungenkrebspatienten, wünschen uns ebenso den Verzicht dieser Frage. Schluss mit dem Negativ-Branding der Gesellschaft und der Ärzte. Es darf nicht sein, dass viele Ärzte aus Unwissenheit vorausetzten, dass Lungenkrebspatienten auch immer geraucht haben müssen. Hier muss Aufklärung und Informationsstreuung betrieben werden. "
Bevölkerung: „Wer raucht und an Lungenkrebs erkrankt ist selbst schuld“
Auch in der Bevölkerung fehlt das medizinische Verständnis. Hier ist verankert, dass das Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken, bei Rauchern deutlich höher ist, als bei Nichtrauchern. Aus der Sicht des Ökonomen vertritt Prof. Dr. Dr. h.v. Bert Rürup den Standpunkt: „Wer raucht, geht bewusst ein - mit hohen individuellen wie gesellschaftlichen Folgekosten verbundenes - gesundheitliches Risiko ein. Als Ökonom bin ich deswegen dafür, zu versuchen, diese Kosten zu internalisieren. D.h. die Raucher sollten Teile dieser Kosten in Form höherer Tabaksteuern tragen, und zudem sollte man überlegen, zumindest einen Teil des Tabaksteueraufkommens zweckgebunden für die Finanzierung des Gesundheitssystems aufzuwenden."
Diese Meinung basiert auf seiner mehrjährigen Erfahrung als Sachverständiger unseres sozialen Sicherungssystem und als Kenner der wirtschaftlichen Probleme unserer Gesellschaft. Rürup: "Ein großes Problem bestand immer darin, die unterschiedlichen Interessen der verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen abzuwägen. Einvernehmliche Lösungen waren hierbei die Ausnahme. Natürlich gibt es auch beim Thema Rauchen und den damit verbundenen Gesundheitsproblemen Konflikte."
Raucher kämpfen allein gegen ihre Sucht
Häufiges Problem von Rauchern, die auf den Griff zum Glimmstengel verzichten wollen, ist, dass sie alleine sind im Kampf mit den Nebenwirkungen beim abfallenden Nikotinspiegel und den auftretenden Entzugserscheinungen. Nichtraucher und Ärzte sollten erkennen und akzeptieren, dass Rauchen eine Sucht ist, unterstreicht Schauspieler und Buchautor Sky du Mont aus eigener Erfahrung: "Nur wer jemals geraucht hat, weiß, wie schwer es ist, von dieser Sucht los zu kommen."

Talkrunde: Barbara Baysal, Moderator: Ulrich Meyer, Prof. Dr. Christian Grohé, Prof. Dr. Norbert Frickhofen (Foto: MEDIZIN ASPEKTE)
Während Drogensüchtigen intensive Entziehungsprogramme angeboten werden, sind Raucher - auch nach einer so lebensbeeinträchtigenden Diagnose wie "Lungenkrebs" - mehrheitlich auf sich alleine gestellt. So ist es nach der Überzeugung von du Mont nicht verwunderlich, wenn 30% der Raucher nach dem Entschluss, mit dem Rauchen aufzuhören, rückfällig werden. Bei Drogensüchtigen sind es hingegen nur 17%. Aus diesen Anmerkungen lässt sich die Frage ableiten, ob konzertierte Antiraucher-Aktionen mit Krankenkassenangeboten gezielter Entziehungprogramme erfolgreicher sind als alleinige Rauchverbote. Diese schützen zwar den Nichtraucher, helfen dem Raucher aber wenig oder gar nicht, von seiner Sucht loszukommen.
Lungenkrebs – Zahlen und Fakten
Nach Untersuchungen der WHO sterben an den Folgen des Tabakkonsums weltweit ca. 5 Mio. Menschen jährlich. Damit verlieren mehr Personen durch die Folgen des Rauchens ihr Leben als durch HIV, Malaria und Tuberkulose zusammen (1). In Deutschland sind es 110 000 bis 140 000 Menschen, die an den Folgen des Rauchens und rund 3300 Menschen an den Folgen des Passivrauchens sterben. (2) Jährlich gibt es 45.000 Neuerkrankungen in Deutschland. Davon sind 70% nicht heilbar.

Talkrunde: Prof. Dr. Dr. h.c. Bert Rürup, Barbara Baysal, Ulrich Meyer, Hugon Egon Balder, Sky du Mont, Sonja Zietlow (Foto: mr)
In frühen Stadien wird Lungenkrebs nur selten erkannt, da der Patient keine gesundheitlichen Veränderungen wie z.B. Schmerzen bemerkt. Erst wenn der Tumor in umliegendes Gewebe hineinwächst, macht er sich mit Husten, Blutauswurf, Schmerzen in der Brustwand oder Atemnot bemerkbar. „In diesem Stadium ist der Krebs oft schon weit fortgeschritten und schwierig zu behandeln“, unterstreicht Prof. Dr. Norbert Frickhofen.
Ärztliche Betreuung bei Lungenkrebspatienten in Deutschland verbesserungswürdig
Im Rahmen der Experten-Diskussion wurden Ansätze erörtert, die zu einer Verbesserung in der Prävention und Therapie von Lungenkrebs beitragen:
- Gewebe wird nur unzureichend untersucht
- ein bundesweites zentrales Tumorrregister fehlt
- Lungenkrebs-Zentren, vergleichbar mit den Brustkrebs-Zentren, fehlen
- die psychologische Versorgung (Psycho-Onkologen) ist unzureichend
- nach der Chemotherapie verliert der Arzt meist den Kontakt zum Patienten, da es kein flächendeckendes Netz für Patienten gibt (Ausbau der Selbsthilfegruppen von Nöten)
- die meisten Patienten kommen erst im fortgeschrittenen Stadium in die Praxis, der Therapiebeginn erfolgt oftmals zu spät
Therapie von Lungenkrebs - Fortschritte der Forschung
Um zu entscheiden, welche Therapie geeignet ist, untersuchen Mediziner heute zunächst anhand einer Gewebeprobe, um welche Art von Tumor es sich handelt und welche Merkmale die Tumorzellen aufweisen. Zur Zeit forschen Wissenschaftler an weiteren Tumormerkmalen, die vorhersagen können, welches Medikament bei welchem Patienten am besten wirkt.
Lungenkarzinom - mit Chemotherapie und zielgerichteter Therapie den Tumor bekämpfen
Schon heute profitieren Lungenkrebspatienten von den Fortschritten der Medizin. Früher stand als einzige Behandlungsmöglichkeit im fortgeschrittenen Krankheitsstadium nach der Operation die Chemotherapie zur Verfügung, die sich relativ unspezifisch gegen alle Körperzellen richtet. Heute gibt es zusätzlich sogenannte zielgerichtete Therapien, die direkt an den Tumorzellen wirken.
Angiogenese-Hemmung und Tyrosinkinase-Hemmung als Kombination bei der Lungenkrebstherapie
Zu den zielgerichteten Therapien zählen die Angiogenese-Hemmung und die Tyrosinkinase-Hemmung. Der Angiogenesehemmer verhindert die Bildung neuer, tumoreigener Blutgefäße und schneidet den Tumor gewissermaßen von der Nährstoff- und Sauerstoffversorgung ab. Der Krebs wird regelrecht ausgehungert. Der Tyrosinkinase-Hemmer wird einmal täglich als Tablette eingenommen und verhindert die Übertragung von Wachstumssignalen innerhalb der Krebszellen, wodurch deren Vermehrung gebremst wird. Auf diese Weise kann sich der Krebs nicht weiter ausbreiten, und das Fortschreiten der Erkrankung verzögert sich. Das erhöht die Lebenserwartung der Patienten und verbessert deren Lebensqualität. Symptome wie Atemnot und Husten gehen zurück.
Individualisierte Therapie: Auch die Bedürfnisse des Patienten berücksichtigen
Welche Therapie für den einzelnen Patienten in Frage kommt, hängt aber nicht nur von medizinischen Faktoren ab, sondern auch von der persönlichen Lebenssituation und den Bedürfnissen des Betroffenen. Darüber sollte der Patient mit seinem Arzt offen sprechen, um mit ihm gemeinsam die richtige Entscheidung zu treffen.
Prävention: Schauspieler und TV-Moderatoren engagieren sich
Die optimale medizinische Versorgung mit innovativen Arzneimitteln ist bei der Therapie von Krebserkrankungen eine Forderung an unser Gesundheitssystem. Ideal wäre es jedoch für alle Betroffen, wenn es erst gar nicht zur Krankheit kommt. Bekannte Schauspieler und TV-Moderatoren sind sich einig, dass sich Krankheiten nur durch Vorsorgemassnahmen vermeiden lassen. Die gezielte Durchführung von Präventionsprogrammen in Grund- und weiterführenden Schulen ist dabei ein sinnvoller Weg, wie es der bekannte TV-Moderator Ulrich Meyer auf den Punkt bringt. (Dr. Joachim Wolff, MEDIZIN ASPEKTE; 10/2009)
Prävention
Diagnose Lungenkrebs beim Vater – Wut und Hilflosigkeit
Prävention
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Prävention
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Prävention
Empfehlungen an Politiker zur Gesundheitsprävention
Weitere Informationen
... finden Patienten und deren Angehörige in unseren Journalen unter:
- Lungenkrebs (Lungen- oder Bronchialkarzinom): www.medizin-aspekte.de
- Lungenkrebsmonat November - Das Ziel sind auf den Patienten zugeschnittene Therapien: www.medizin-aspekte.de
- Lungenkrebs : Lungenkrebstumor mit neuem Medikament in Kombination mit Chemotherapie aushungern: www.medizin-aspekte.de
Quellen
- World Health Organization (2008) WHO report on the global tobacco epidemic. The MPOWER package. World Health Organization, 2008, Geneva
- Deutsches Krebsforschungszentrum (Hrsg.):
Ein Bild sagt mehr als tausend Worte: Kombinierte Warnhinweise aus Bild und Text auf Tabakprodukten, Heidelberg, 2009
- Diskussionsrunde
Schicksal Lungenkrebs: Stiehlt sich die Gesellschaft aus der Pflicht?
Eine Aktion des Onkologischen Patientenseminars Berlin-Brandenburg e.V. in Zusammenarbeit mit der Selbsthilfe Lungenkrebs, 28. Oktober 2009; Spiegel-TV-Studio Berlin

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