Brustkrebsdiagnose mit MRM – strahlenfreie Methode ergänzt Standarduntersuchungen
Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Jede zehnte Frau erkrankt in Deutschland an dieser Krebsart. Je früher ein Mammakarzinom erkannt wird, umso besser sind die Heilungschancen. Als Standardverfahren zur Brustkrebsdiagnose haben sich die Sonografie (Ultraschalluntersuchung) und die konventionelle Mammografie (Röntgenuntersuchung) bewährt. Diese Methoden haben allerdings auch ihre Grauzonen. So stößt die Mammografie bei dichtem Brustdrüsengewebe an ihre Grenzen. Dies kommt zum Beispiel bei jüngeren Frauen, bei Mastopathien (gutartigen, knotigen Veränderungen des Brustgewebes) oder kleinen Brüsten mit viel Drüsengewebe und wenig Fettanteil vor.
Neu im MPCH: Magnetresonanzmammografie (MRM) für die Brustkrebsdiagnose ohne Strahlenbelastung
„Während mittels Ultraschalluntersuchungen sehr gut Zysten - also flüssigkeitsgefüllte Bläschen - von anderen Knoten unterschieden werden können, ist es mitunter schwer, andere Knoten sicher zu charakterisieren. Mittels der Kernspinmammographie haben wir erheblich bessere Möglichkeiten der Darstellung. Unterstützt durch ein Kontrastmittel können so andere physikalische Gewebeeigenschaften hoch aufgelöst abgebildet werden.“, sagt Dr. Carola Gocke, Radiologin am Medizinischen PräventionsCentrum Hamburg. „Hier können sich unterschiedliche Untersuchungsverfahren sinnvoll ergänzen. Je nach individuellem Risikoprofil bietet die Diagnostik mit der Magnetresonanzmammografie eine frühe Sicherheit beim Ausschluss von Tumoren.“
Empfehlenswert für Frauen mit erhöhtem Risiko
Berücksichtigt man alle Beschränkungen der drei verschiedenen Untersuchungsverfahren, ist eine absolut vollständige Untersuchung der Brust nur mit einer Dreifach-Diagnostik möglich. Dies ist aus Kostengründen jedoch nur in Ausnahmefällen zu empfehlen.
Besonders zu empfehlen ist die Diagnose per MRM für Frauen mit familiärer Vorbelastung. Als Früherkennungsmaßnahme kann die Untersuchung die Herde in einem sehr frühen Stadium aufdecken. Dr. Carola Gocke: „Hervorzuheben ist die Stärke des MRM aber auch in der Nachsorge operierter Brustkrebspatientinnen. So kann das Verfahren sehr gut zwischen einer Narbe und einem Tumorrezidiv (neues Tumorgewebe) differenzieren.“ Auch für die Untersuchung von Brüsten mit Implantaten empfiehlt sich die MRM. Vor allem bei Silikonimplantaten kann das Drüsengewebe durch Mammografie und Ultraschall hinter dem Implantat oft nur ungenügend dargestellt werden.
Eine MRM ist schnell und ohne großen Aufwand durchführbar. Nach intravenöser Kontrastmittelinjektion dauert die MRM-Untersuchung 15 Minuten. Sie wird in Bauchlage durchgeführt, wobei die Brust in einer so genannten Brustspule positioniert und nicht wie bei der Mammografie komprimiert wird.
Prof. Christoph M. Bamberger, Leiter des MPCH erklärt: „Der Nachteil des MRM-Diagnose liegt in der Häufigkeit falsch positiver Befunde. Das Weichteilgewebe wird zwar sehr gut dargestellt; harmlose Befunde wie Zysten lassen sich im MRM aber nicht genau als solche spezifizieren. Hier leistet aber die Sonografie Aufklärung. So ergibt sich aus der Summe mehrerer Verfahren eine höchstmögliche Sicherheit.“
Enge Kooperation mit dem Brustzentrum im UKE
Prof. Bamberger weiter: „Hier im MPCH können wir eine Ausschlussdiagnose stellen. Bei einem Verdacht auf Mammakarzinom arbeiten wir eng mit dem Brustzentrum am UKE zusammen. So begleiten wir die Frauen im Verdachtsfalle selbstverständlich weiter.“ (Medizinisches PräventionsCentrum Hamburg 10/2009)
Weitere Informationen:
www.mpch.de
Herausgeber:
Prof. Dr. Christoph M. Bamberger, Direktor des Medizinischen PräventionsCentrum Hamburg (MPCH) am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Falkenried 88, 20251 Hamburg
Neu im MPCH: Magnetresonanzmammografie (MRM) für die Brustkrebsdiagnose ohne Strahlenbelastung
„Während mittels Ultraschalluntersuchungen sehr gut Zysten - also flüssigkeitsgefüllte Bläschen - von anderen Knoten unterschieden werden können, ist es mitunter schwer, andere Knoten sicher zu charakterisieren. Mittels der Kernspinmammographie haben wir erheblich bessere Möglichkeiten der Darstellung. Unterstützt durch ein Kontrastmittel können so andere physikalische Gewebeeigenschaften hoch aufgelöst abgebildet werden.“, sagt Dr. Carola Gocke, Radiologin am Medizinischen PräventionsCentrum Hamburg. „Hier können sich unterschiedliche Untersuchungsverfahren sinnvoll ergänzen. Je nach individuellem Risikoprofil bietet die Diagnostik mit der Magnetresonanzmammografie eine frühe Sicherheit beim Ausschluss von Tumoren.“
Empfehlenswert für Frauen mit erhöhtem Risiko
Berücksichtigt man alle Beschränkungen der drei verschiedenen Untersuchungsverfahren, ist eine absolut vollständige Untersuchung der Brust nur mit einer Dreifach-Diagnostik möglich. Dies ist aus Kostengründen jedoch nur in Ausnahmefällen zu empfehlen.
Besonders zu empfehlen ist die Diagnose per MRM für Frauen mit familiärer Vorbelastung. Als Früherkennungsmaßnahme kann die Untersuchung die Herde in einem sehr frühen Stadium aufdecken. Dr. Carola Gocke: „Hervorzuheben ist die Stärke des MRM aber auch in der Nachsorge operierter Brustkrebspatientinnen. So kann das Verfahren sehr gut zwischen einer Narbe und einem Tumorrezidiv (neues Tumorgewebe) differenzieren.“ Auch für die Untersuchung von Brüsten mit Implantaten empfiehlt sich die MRM. Vor allem bei Silikonimplantaten kann das Drüsengewebe durch Mammografie und Ultraschall hinter dem Implantat oft nur ungenügend dargestellt werden.
Eine MRM ist schnell und ohne großen Aufwand durchführbar. Nach intravenöser Kontrastmittelinjektion dauert die MRM-Untersuchung 15 Minuten. Sie wird in Bauchlage durchgeführt, wobei die Brust in einer so genannten Brustspule positioniert und nicht wie bei der Mammografie komprimiert wird.
Prof. Christoph M. Bamberger, Leiter des MPCH erklärt: „Der Nachteil des MRM-Diagnose liegt in der Häufigkeit falsch positiver Befunde. Das Weichteilgewebe wird zwar sehr gut dargestellt; harmlose Befunde wie Zysten lassen sich im MRM aber nicht genau als solche spezifizieren. Hier leistet aber die Sonografie Aufklärung. So ergibt sich aus der Summe mehrerer Verfahren eine höchstmögliche Sicherheit.“
Enge Kooperation mit dem Brustzentrum im UKE
Prof. Bamberger weiter: „Hier im MPCH können wir eine Ausschlussdiagnose stellen. Bei einem Verdacht auf Mammakarzinom arbeiten wir eng mit dem Brustzentrum am UKE zusammen. So begleiten wir die Frauen im Verdachtsfalle selbstverständlich weiter.“ (Medizinisches PräventionsCentrum Hamburg 10/2009)
Weitere Informationen:
www.mpch.de
Herausgeber:
Prof. Dr. Christoph M. Bamberger, Direktor des Medizinischen PräventionsCentrum Hamburg (MPCH) am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Falkenried 88, 20251 Hamburg
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