Prostatakrebs: Körperfettverteilung beeinflusst Risiko
Wie eine der weltweit größten Langzeitstudien nun zeigt, spielt die Körperfettverteilung an Taille und Hüfte eine entscheidende Rolle für das Prostatakrebsrisiko. Im Vergleich zu Männern mit einem Taillen-Hüftumfang-Quotienten unter 0,89 haben Männer mit einem Quotienten über 0,99 ein um 43 Prozent erhöhtes Risiko für fortgeschrittenen Prostatakrebs.
Tobias Pischon und Heiner Boeing vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE) veröffentlichten dieses Studienergebnis kürzlich in der Fachzeitschrift Cancer Epidemiology Biomarkers and Prevention.
Bei europäischen Männern ist Prostatakrebs die am häufigsten diagnostizierte Krebsart und nach Lungen- und Dickdarmkrebs die dritthäufigste krebsbedingte Todesursache. Die Ursachen für Prostatakrebs sind noch wenig erforscht. Bekannte Risikofaktoren sind ein fortgeschrittenes Lebensalter, eine erbliche Vorbelastung und die Zugehörigkeit zu bestimmten ethnischen Gruppen.
Seit langem vermuten Wissenschaftler, dass die Bauchfettmenge das Risiko für Prostatakrebs beeinflusst. Bislang haben jedoch nur wenige epidemiologische Studien den Zusammenhang zwischen der Körperfettverteilung an Taille und Hüfte und dem Prostatakrebsrisiko untersucht.
Die EPIC-Studie, mit mehr als 153 457 männlichen Teilnehmern im Alter zwischen 25 und 70 Jahren, bietet die zurzeit größte europäische verfügbare Datenbasis. Da sie somit sehr sichere Schlussfolgerungen über den Zusammenhang zwischen der Körperfettverteilung und dem Prostatakrebsrisiko erlaubt, überprüften Tobias Pischon und Heiner Boeing die Risikobeziehung anhand der EPIC-Daten.
"Unsere Ergebnisse weisen darauf hin, dass die Körperfettverteilung - insbesondere ein hoher Taillenumfang bzw. ein hoher Taillen-Hüftumfang-Quotient - eine wesentliche Rolle für das Prostatakrebsrisiko spielt", sagt Tobias Pischon, Erstautor der Studie.
"Wir wissen derzeit nur wenig über die kausalen Zusammenhänge", erklärt Heiner Boeing, Leiter der Abteilung Epidemiologie am DIfE. Derzeit gäbe es verschiedene Theorien. Denkbar wäre, dass das Bauchfett den männlichen Hormonhaushalt im Hinblick auf das Prostatakrebsrisiko ungünstig beeinflusse. Wie ergänzende Auswertungen der EPIC-Daten zeigten, könne der Androgenspiegel eine Rolle spielen. Androgene sind Geschlechtshormone, die das Wachstum und die Reifung der Prostata beeinflussen.
"Neben den Geschlechtshormonen könnten aber auch andere Botenstoffe für das erhöhte Prostatakrebsrisiko bei Männern mit erhöhtem Taillen-Hüftumfang-Quotient relevant sein", ergänzt Tobias Pischon. Die Mechanismen für die beobachteten Zusammenhänge würden weiterhin - auch am DIfE - erforscht. (idw)
Tobias Pischon und Heiner Boeing vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE) veröffentlichten dieses Studienergebnis kürzlich in der Fachzeitschrift Cancer Epidemiology Biomarkers and Prevention.
Bei europäischen Männern ist Prostatakrebs die am häufigsten diagnostizierte Krebsart und nach Lungen- und Dickdarmkrebs die dritthäufigste krebsbedingte Todesursache. Die Ursachen für Prostatakrebs sind noch wenig erforscht. Bekannte Risikofaktoren sind ein fortgeschrittenes Lebensalter, eine erbliche Vorbelastung und die Zugehörigkeit zu bestimmten ethnischen Gruppen.
Seit langem vermuten Wissenschaftler, dass die Bauchfettmenge das Risiko für Prostatakrebs beeinflusst. Bislang haben jedoch nur wenige epidemiologische Studien den Zusammenhang zwischen der Körperfettverteilung an Taille und Hüfte und dem Prostatakrebsrisiko untersucht.
Die EPIC-Studie, mit mehr als 153 457 männlichen Teilnehmern im Alter zwischen 25 und 70 Jahren, bietet die zurzeit größte europäische verfügbare Datenbasis. Da sie somit sehr sichere Schlussfolgerungen über den Zusammenhang zwischen der Körperfettverteilung und dem Prostatakrebsrisiko erlaubt, überprüften Tobias Pischon und Heiner Boeing die Risikobeziehung anhand der EPIC-Daten.
"Unsere Ergebnisse weisen darauf hin, dass die Körperfettverteilung - insbesondere ein hoher Taillenumfang bzw. ein hoher Taillen-Hüftumfang-Quotient - eine wesentliche Rolle für das Prostatakrebsrisiko spielt", sagt Tobias Pischon, Erstautor der Studie.
"Wir wissen derzeit nur wenig über die kausalen Zusammenhänge", erklärt Heiner Boeing, Leiter der Abteilung Epidemiologie am DIfE. Derzeit gäbe es verschiedene Theorien. Denkbar wäre, dass das Bauchfett den männlichen Hormonhaushalt im Hinblick auf das Prostatakrebsrisiko ungünstig beeinflusse. Wie ergänzende Auswertungen der EPIC-Daten zeigten, könne der Androgenspiegel eine Rolle spielen. Androgene sind Geschlechtshormone, die das Wachstum und die Reifung der Prostata beeinflussen.
"Neben den Geschlechtshormonen könnten aber auch andere Botenstoffe für das erhöhte Prostatakrebsrisiko bei Männern mit erhöhtem Taillen-Hüftumfang-Quotient relevant sein", ergänzt Tobias Pischon. Die Mechanismen für die beobachteten Zusammenhänge würden weiterhin - auch am DIfE - erforscht. (idw)
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