Nierenzellkarzinom - Therapieoptionen für Patienten mit Nierenzellkrebs
Der Multikinasehemmer Sorafenib hat sich beim Nierenzellkarzinom sowie beim Leberzellkarzinom als wirksam gezeigt. Wie beim 28. Deutschen Krebskongress (DKK) in Berlin deutlich wurde, sind die Therapiemöglichkeiten dieses Multikinasehemmers auch auf andere solide Tumore übertragbar und damit wahrscheinlich noch längst nicht ausgereizt. Beim metastasierten Nierenzellkarzinom (Renal Cell Carcinoma, RCC) haben die neuen zielgerichteten Behandlungsmöglichkeiten das therapeutische Vorgehen bereits deutlich verändert. Zur Behandlung von Nierenkrebs sind laut PD Dr. Hartmut Kirchner, Hannover, bereits vier Wirkstoffe aus dem Bereich der „Targeted Therapie“ zugelassen. So stehen neben dem Multikinasehemmer Sorafenib auch der Tyrosinkinaseinhibitor Sunitinib, der mTOR-Inhibitor Temsirolimus und der Antikörper Bevacizumab zur Verfügung.
Konzepte für Differentialtherapie greifbar
Unter Berücksichtigung der veränderten Therapiemöglichkeiten reichen die bisherigen Score-Systeme zur Prognoseabschätzung der Patienten nicht aus. Diese wurden anhand der Daten zur noch üblichen Immuntherapie mit Interferon-alpha oder Interleukinen erarbeitet.
Bisher unberücksichtig sind bei den jetzigen Score-Systemen die aktuellen Daten zu den deutlichen Veränderungen bei Remissionsraten, Stabilisierung der Erkrankung sowie zum Gesamt- und progressionsfreien Überleben. Die Forderung von
Prof. Kirchner in Berlin ist: „Wir müssen eine Differentialtherapie erarbeiten, die sich an den neuen klinischen Daten und an der individuellen Situation des Patienten orientiert.“
Nierenzellkarzinom: Individuelle Behandlungsstrategien je nach Situation des Patienten erforderlich
Patienten mit einer überduchschnittlichen Tumormasse, die innerhalb kurzer Zeit nach erstmaligem Auftreten Metastasen aufweisen, einen schlechten Allgemeinzustand und einen hohen LDH-Wert haben, gelten als prognostisch ungünstig. Ebenso Patienten mit einem höheren Lebensalter, Patienten mit Metastasen in multiplen Organen sowie Patienten, die in den vergangenen sechs Monaten einen Gewichtsverlust von mehr als 10% hatten, zählen zu der Gruppe der Patienten mit ungünstiger Prognose.
Internet-TV-Interviews zum Nierenzellkrebs

Behandlungsoptionen der Targeted Therapie
Mit der Fülle an Behandlungsoptionen ist es nun möglich, beim Nierenzellkrebs- Patienten individuelle Behandlungsstrategien zu erarbeiten. Diese basieren auf
Als besonderen Vorteil von Sorafenib kann neben der guten klinischen Wirksamkeit beim Nierenzellkarzinom die vergleichsweise gute Verträglichkeit des Wirkstoffs hervorgehoben werden. Dieser wird zudem oral verabreicht und ist vor allem indiziert, wenn eine Tumorstabilisierung angestrebt wird, dem Patienten aber möglichst wenig Nebenwirkungen zugemutet werden sollen. Sorafenib hat darüber hinaus im klinischen Alltag seine Wirksamkeit auch bei verschiedenen Subgruppen unter Beweis gestellt.
Leberzellkrebs: Multikinasehemmer Sorafenib verlängert Gesamtüberlebensrate
Die Gesamtüberlebensrate verlängert sich unter Sorafenib um 44%. Somit ist Sorafenib ein erster Wirkstoff, der bei metastasierendem Leberkrebs eine Lebensverlängerung mit sich führt. Besonders hervorzuheben ist die gute Verträglichkeit, die wenig Nebenwirkungen aufweist und somit den Patienten nicht unnötig zusätzlich belastet.
Überträgt man das Wirkungsprinzip des Multikinasehemmers Sorafenib bei metastasierendem Leberkrebs und Nierenkrebs auf andere solide Tumore, wird die besondere Chance dieser biologischen Therapeutika (Biologika) erkennbar. Zur Absicherung zukünftiger Therapieerfolge bei weiteren Tumoren sind jedoch neue Therapiealgorithmen gefordert, die aktuelle Therapieoptionen zum jeweiligen Tumor und individuelle Situationen des Patienten berücksichtigen. Das war bisher nicht erforderlich, da es sich beim metastasierten Nierenkarzinom und Leberkarzinom um einen Chemotherapie-refraktären Tumor handelt. Behandelt wurde im Frühstadium vor allem operativ. (MEDIZIN ASPEKTE 02/08)
Quelle
Vortrag: RCC-Therapiealgorithmus: Welche Therapie für welchen Patienten?
Referent: PD Dr. med. Hartmut Kirchner
Medizinische Klinik III
für Hämatologie/Onkologie
Klinikum Hannover Siloah
Anlaß: 28. Deutscher Krebskongreß
Berlin
Symposium am 22.02.2008
Sponsor: Bayer Vital GmbH
Leber- und Nierenzellkrebs - Daten und Fakten
Konzepte für Differentialtherapie greifbar
Unter Berücksichtigung der veränderten Therapiemöglichkeiten reichen die bisherigen Score-Systeme zur Prognoseabschätzung der Patienten nicht aus. Diese wurden anhand der Daten zur noch üblichen Immuntherapie mit Interferon-alpha oder Interleukinen erarbeitet.
Bisher unberücksichtig sind bei den jetzigen Score-Systemen die aktuellen Daten zu den deutlichen Veränderungen bei Remissionsraten, Stabilisierung der Erkrankung sowie zum Gesamt- und progressionsfreien Überleben. Die Forderung von
Prof. Kirchner in Berlin ist: „Wir müssen eine Differentialtherapie erarbeiten, die sich an den neuen klinischen Daten und an der individuellen Situation des Patienten orientiert.“
Nierenzellkarzinom: Individuelle Behandlungsstrategien je nach Situation des Patienten erforderlich
Patienten mit einer überduchschnittlichen Tumormasse, die innerhalb kurzer Zeit nach erstmaligem Auftreten Metastasen aufweisen, einen schlechten Allgemeinzustand und einen hohen LDH-Wert haben, gelten als prognostisch ungünstig. Ebenso Patienten mit einem höheren Lebensalter, Patienten mit Metastasen in multiplen Organen sowie Patienten, die in den vergangenen sechs Monaten einen Gewichtsverlust von mehr als 10% hatten, zählen zu der Gruppe der Patienten mit ungünstiger Prognose.
Internet-TV-Interviews zum Nierenzellkrebs
- Nierenzellkarzinom: Aktuelles zu Therapie und Verträglichkeiten; PD Dr. H. Kirchner
- Nierenzellkrebs: Bei welchen Symptomen sollten Patienten sofort einen Arzt aufsuchen; PD Dr. H. Kirchner
Behandlungsoptionen der Targeted Therapie
Mit der Fülle an Behandlungsoptionen ist es nun möglich, beim Nierenzellkrebs- Patienten individuelle Behandlungsstrategien zu erarbeiten. Diese basieren auf
- der klinischen Situation
- dem Zustandsstatuts des jeweiligen Patienten und
- den Erfahrungen und Ergebnissen der evidenzbasierten Medizin.
Als besonderen Vorteil von Sorafenib kann neben der guten klinischen Wirksamkeit beim Nierenzellkarzinom die vergleichsweise gute Verträglichkeit des Wirkstoffs hervorgehoben werden. Dieser wird zudem oral verabreicht und ist vor allem indiziert, wenn eine Tumorstabilisierung angestrebt wird, dem Patienten aber möglichst wenig Nebenwirkungen zugemutet werden sollen. Sorafenib hat darüber hinaus im klinischen Alltag seine Wirksamkeit auch bei verschiedenen Subgruppen unter Beweis gestellt.
Leberzellkrebs: Multikinasehemmer Sorafenib verlängert Gesamtüberlebensrate
Die Gesamtüberlebensrate verlängert sich unter Sorafenib um 44%. Somit ist Sorafenib ein erster Wirkstoff, der bei metastasierendem Leberkrebs eine Lebensverlängerung mit sich führt. Besonders hervorzuheben ist die gute Verträglichkeit, die wenig Nebenwirkungen aufweist und somit den Patienten nicht unnötig zusätzlich belastet.
Überträgt man das Wirkungsprinzip des Multikinasehemmers Sorafenib bei metastasierendem Leberkrebs und Nierenkrebs auf andere solide Tumore, wird die besondere Chance dieser biologischen Therapeutika (Biologika) erkennbar. Zur Absicherung zukünftiger Therapieerfolge bei weiteren Tumoren sind jedoch neue Therapiealgorithmen gefordert, die aktuelle Therapieoptionen zum jeweiligen Tumor und individuelle Situationen des Patienten berücksichtigen. Das war bisher nicht erforderlich, da es sich beim metastasierten Nierenkarzinom und Leberkarzinom um einen Chemotherapie-refraktären Tumor handelt. Behandelt wurde im Frühstadium vor allem operativ. (MEDIZIN ASPEKTE 02/08)
Quelle
Vortrag: RCC-Therapiealgorithmus: Welche Therapie für welchen Patienten?
Referent: PD Dr. med. Hartmut Kirchner
Medizinische Klinik III
für Hämatologie/Onkologie
Klinikum Hannover Siloah
Anlaß: 28. Deutscher Krebskongreß
Berlin
Symposium am 22.02.2008
Sponsor: Bayer Vital GmbH
Leber- und Nierenzellkrebs - Daten und Fakten
- 60.000 Menschen versterben jährlich in Europa an Leberzellkarzinom (Hepatozelluläres Karzinom, HCC) - Leberzellkrebs gehört somit zu den zehn häufigsten krebsbedingten Todesursachen in Europa und auch in Deutschland
- die Diagnose des hepaozellulären Karzinoms findet meist erst im metastasierenden Zustand statt
- die Chemotherapie bietet keine optimale Therapieoption beim hepatozellulären Karzinom (HCC)
- bisher war nur ein palliativer Therapieansatz beim metastasierenden Leber- und Nierenzellzellkarzinom möglich
- Sorafenib inhibitiert die Tumorangiogenese und stoppt das Wachstum des Karzinoms. In der Folge wird der Tumor regelrecht ausgehungert
- SHARP-Studie belegt, dass Sorafenib bei fortgeschrittenem Leber- und Nierenzellkrebs eine Lebensverlängerung
- Besonderer Vorteil: Die gute Verträglichkeit des Wirkstoffs und somit geringe Nebenwirkungen für den Patienten
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