Leberzellkarzinom - neuer Therapiestandard bei fortgeschrittenem Leberkrebs

Multikinasehemmer wird neuer Therapiestandard bei Leberzellkarzinom. - Als besonderen Erfolg verbuchen die Mediziner die Effekte des Multikinasdehemmers Sorafenib beim Leberzellkarzinom. Pro Jahr versterben in Europa etwa 60.000 Menschen an einem Leberzellkarzinom (Hepatozelluläres Karzinom, HCC). Leberkrebs gehört damit zu den zehn häufigsten krebsbedingten Todesursachen in Deutschland und Europa. Ein entscheidender Risikofaktor des HCCs ist die Leberzirrhose. Bei 90% der Patienten mit Leberzirrhose entwickelt sich ein Karzinom.

Ursache der Leberzirrhose ist primär eine Virus-Hepatitis oder eine chronische Alkoholschädigung. Bei Patienten mit einer Leberzirrhose sind die Möglichkeiten der Therapie meist eingeschränkt.

Bisher eingeschränkte Behandlungsmöglichkeiten
Die Behandlungsmöglichkeiten sind bei diesem Tumor sehr limitiert, da eine Diagnose bei der Mehrzahl der Patienten erst im fortgeschrittenen oder im metastasierten Zustand erfolgt. Meist hilft dann nur noch ein palliativer Ansatz, eine systemische Therapie blieb ohne den gewünschten Erfolg.


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Sind noch keine Metastasen vorhanden, bestand die Behandlung im frühen Stadium des Leberkrebs in chirurgischen Ansätzen und aus anderen lokal ablativen Verfahren, einschließlich Strahlentherapie. Auf eine konventionelle Chemotherapie spricht das hepatozelluläre Karzinom (HCC) in aller Regel nicht an. Eine Verlängerung der Überlebensrate wurde daher nicht erzielt. Hinzukommt, dass die konventionelle Chemotheraopie beim Leberzellkrebs hochtoxisch ist und damit von schwerwiegenden Nebenwirkungen begleitet ist.

Große Hoffnungen setzen die Onkologen deshalb auf die moderne Targeted Therapie und speziell auf den Wirkstoff Sorafenib, ein Multikinasehemmer . Der greift direkt in die Signaltransduktionwege ein, inhibiert die Tumorangiogenese und stoppt damit Wachstumsprozesse von (Tumor-)Gewebe.

Wie in der SHARP-Studie (Sorafenib HCC Assessment Randomized Protocol) dokumentiert, führt die Therapie unter Sorafenib beim metastasierten HCC zu einer signifikanten Verbesserung des Gesamtüberlebens mit einer Verlängerung der mittleren Überlebenszeit um 44%, von 7,9 auf 10,7 Monate. Für den Patienten ist ferner eine deutlich verbesserte Lebensqualität während der Behandlungszeit von großer Bedeutung.

„Sorafenib ist der erste Wirkstoff, für den bei Patienten mit fortgeschrittenem Leberkrebs eine Lebensverlängerung belegt wurde“, so Prof. Dr. med. Tim Greten von der Medizinischen Hochschule Hannover. Die neue Therapieoption hat sich nach seinen Worten bereits innerhalb kurzer Zeit zur Standardtherapie beim HCC entwickelt. (MEDIZIN ASPEKTE, 02/08)

Quelle
Vortrag: Der neue Therapiestandard beim Leberzellkarzinom
Referent: Prof. Dr. med. Tim Greten
Medizinische Hochschule Hannover
Abteilung für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie

Anlaß: 28. Deutscher Krebskongreß
Berlin
Symposium am 22.02.2008
Sponsor: Bayer Vital GmbH

Krebserkrankungen in Deutschland
  • jährlich erkranken 340.000 Menschen in Deutschland an Krebs
  • über 210.000 Menschen versterben jährlich an den Folgen der Krebserkrankung in Deutschland
  • Krebs ist somit die zweithäufigste Todesursache nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • durch Krebsfüherkennungsprogramme (Screening) kann Krebs rechtzeitig erkannt und therapiert werden. Screeing-Programme sollen zur Senkung der Mortalität in Deutschland beitragen.







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