PAVK
Periphere Arterielle Verschlusskrankheit (PAVK) - Patienteninformation Goldene Regeln mit 10 Fragen und kurzen Antworten zum Thema "Schaufensterkrankheit"
Die periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK), im Volksmund
wegen der vielen Gehpausen, die Erkrankte einlegen, auch
"Schaufensterkrankheit" genannt, betrifft in Deutschland bis zu 10%
der Über-50-Jährigen, speziell Männer und Raucher. Ursächlich ist
meist eine Verkalkung der Gefässe (Arteriosklerose).
1. Kümmern Sie sich um Ihre Beine und Füsse!
PAVK bedeutet, dass - je nach Stadium der Krankheit - nicht mehr genug frisches, sauerstoffreiches Blut in Ihre Füsse und Beine gelangen kann. Genau dieses benötigt aber jede einzelne Zelle für die Aufrechterhaltung
eines gesunden Stoffwechsels. Demzufolge ist die Empfindlichkeitsschwelle für Verletzungen und Infektionen herabgesetzt und die Heilung von Wunden verzögert. Nehmen Sie jede Verletzung, wenn auch noch so klein, ernst! Sie sollten keine
Wärmeanwendungen an den Beinen betreiben (z.B. Heizkissen o.ä.), wenn
Sie an PAVK erkrankt sind, da diese die Entstehung von Wunden fördern
kann. Waschen Sie Ihre Füsse täglich mit warmem Wasser und Seife,
trocknen Sie sie vorsichtig ab und pflegen Sie sie mit Lotion. Tragen
Sie bevorzugt bequeme, eingelaufene Schuhe. Schlagen Sie Ihre Beine
nicht übereinander, dies behindert zusätzlich die Blutzirkulation.
Wenn Sie Ihre Fussnägel schneiden wollen, weichen Sie sie zunächst in
einem warmen Fussbad ein und schneiden Sie sie dann gerade kürzer. Das
Schneiden von Ecken erhöht das Risiko von Verletzungen.
2. Seien Sie aktiv!
Die Schmerzen, die Sie vielleicht beim Laufen spüren, rühren von einer
im Verhältnis zur Belastung zu geringen Blutversorgung her. Deswegen
mag es Ihnen seltsam erscheinen, dass eine Therapiemöglichkeit in der
aktiven Bewegung besteht. Es ist aber so, dass die Bewegung Ihre
Gefässe trainieren kann, Ihren Blutdruck senkt, und eventuell Ihr
Gewicht reduziert: alles Faktoren, die die Erkrankung insgesamt positiv
beeinflussen. Passen Sie die Bewegung Ihrem Leistungsniveau an: viele
kleine Schritte führen auch zum Ziel. Steigen Sie Treppen statt den
Aufzug zu benutzen. Fahren Sie Fahrrad. Sollten während der Belastung
akut Schmerzen auftreten, so pausieren Sie ein bisschen. Ist es wieder
besser, setzen Sie Ihren Weg fort. Jeden Tag ein Stückchen weiter.
3. Ernähren Sie sich richtig!
PAVK ist im Prinzip die Herzkranzgefässverkalkung der Beine. Viele
Tips, die Sie deshalb schon gehört haben, um einen Herzinfarkt zu
vermeiden, treffen deshalb auch für diese Erkrankung zu;
beispielsweise auch die gesunde Ernährung. Ernähren Sie sich fettarm,
fisch- und fruchtreich, vitaminreich und salzarm. Speziell Öle, die mehrfach ungesättigte Fettsäuren enthalten (z.B. Olivenöl), verbessern die einzelnen Anteile der Blutfette (erhöhen das "gute" Cholesterin und verringern das
"schlechte") und wirken der Arterienverkalkung entgegen, bzw.
verbessern sie. Meeresfische sind reich an sogenannten
Omega-3-Fettsäuren, denen ein günstiger Effekt bei Arterienverkalkung
nachgesagt wird. Der Fettanteil Ihrer Ernährung sollte maximal bei 30%
liegen. Versuchen Sie, fünf mal pro Tag frisches Obst oder Gemüse zu
sich zu nehmen. Fleisch sollte in Ihrem Speiseplan nur gelegentlich
vorkommen. Achten Sie auf dessen Magerkeit. Eigelb enthält eine grosse Menge Cholesterin. Ersetzen Sie das Eigelb in Rezepten durch zwei Portionen
Eiweiss. Dünsten, backen oder kochen Sie Nahrungsmittel, statt sie zu
braten.
4. Seien Sie vorsichtig mit Alkohol!
Studien legen nahe, dass moderater Alkoholgenuss das Risiko
kardiovaskulärer Erkrankungen (Herzinfarkt, Schlaganfall, PAVK ...)
senken kann. Zu viel des Guten hat aber leider auch wieder negative
Konsequenzen für Ihr Herz, Ihren Blutdruck und Ihre Leber. Bedenken
Sie hierbei, dass Frauen etwa nur halb so gut Alkohol abbauen und
verwerten können wie Männer: wenn Er also zwei Gläser Rotwein trinken
darf, sollte Sie es bei einem belassen.
5. Bringen Sie Ihr Gewicht ins Lot!
Ein normales Körpergewicht hat günstigen Einfluss auf Ihren Blutdruck,
der wiederum mit der Entstehung einer Arteriosklerose zusammenhängt.
Sollten Sie an Übergewicht leiden, so sollten Sie sich klarmachen,
dass es hierbei keine schnelle Lösung geben kann und muss.
"Blitzdiäten" sind Scheinerfolge, weil der ausgehungerte Körper danach
noch viel stärker nach dem ihm Versagten fordert. Eine Kombination aus
Sport und einer Diät, die darin besteht, nur die Hälfte von dem zu
essen, was man sonst zu sich nehmen würde, ist am effektivsten. Achten
Sie auf vesteckte Fette in vielen Nahrungsmitteln, speziell aus dem
Convenience-Bereich.
6. Nur kein Stress!
Wie oft lesen Sie das jede Woche? Einmal, zweimal? Und denken sich
immer: wie soll das nur gehen? Jedermann hat seine Probleme, und ein
gewisses Mass an Stress ist wohl nicht zu vermeiden. Stress, der zu
Höchstleistungen anspornt, ist zu begrüssen und bringt uns weiter.
Stress, der uns auslaugt und uns morgens nicht aus dem Bett kommen
lässt, sollte für uns als Warnsignal dienen, etwas an unserem Leben zu
ändern. Bessere Organisation wirkt oft Wunder. Nehmen Sie sich Zwit
für sich, praktizieren Sie Yoga oder Autogenes Training. Ihr Körper
und Ihre Gefässe danken es Ihnen.
7. In letzter Zeit einmal Blutdruck gemessen?
Wie auch bei vielen anderen Erkrankungen gilt: hoher Blutdruck schadet
Ihnen auch bei PAVK! Bei einer Blutdruckmessung unterscheidet man zwei
Werte, den systolischen und den diastolischen Druck. Als "normal"
gilt, wenn ersterer unter 130 und letzterer unter 85 mmHg liegt. (Der
erste Wert beschreibt den Druck in peripheren Gefässen zum Zeitpunkt
der Herzkontraktion, der zweite in den Erholungsphasen dazwischen.)
Wenn Sie von Ihrem Arzt ein Medikament zur Behandlung Ihres hohen
Blutdrucks erhalten haben, so sollten Sie es nach Vorschrift
einnehmen. Auch Sport, gesunde Ernährung, Stressreduktion und
Gewichtsnormalisierung wirken sich positiv aus.
8. Und schon wieder: bitte nicht Rauchen!
Als Raucher haben Sie es bestimmt schwer: ständig sagt man Ihnen, wie
ungesund Ihr Verhalten ist. Es ist nun einmal leider ein Faktum, dass
das Rauchen ein ganz entscheidender Risikofaktor bei der Entstehung von
Herz- und Kreislauferkrankungen ist. Dies sollte für Sie aber nicht
der hauptächliche Grund sein, aufzuhören. Denken Sie lieber daran, was
das Nichtrauchen Ihnen persönlich für unmittelbare Vorteile bringt:
mehr Geld in der Tasche, mehr Zuneigung (selbst Raucher küssen ungern
Ihresgleichen), eine grössere Leistungsfähigkeit und vieles andere
mehr. Denken Sie einmal darüber nach.
9. Achten Sie auf eine optimale Behandlung Ihres Diabetes!
Sind Sie an Diabetes erkrankt, so ist dies zunächst einmal ein Faktum.
Sie können aber zusammen mit Ihrem Arzt daran arbeiten, dass sich Ihr
Blutzucker in einem optimalen Rahmen bewegt. Versuchen Sie,
regelmässig Ihre Medikamente einzunehmen. Halten Sie sich an Ihren
Diätplan, auch wenn es schwer fällt. Leiden Sie an Altersdiabetes, so
sind viele der oben gegebenen Ratschläge auch gegen den Diabetes
hilfreich: Sport, gesunde Ernährung und Nikotinabstinenz sind
wesentliche Basispfeiler!
10. Bringen Sie sich ein!
Freund- und Bekanntschaften können für Ihre Gesundheit Wunder tun!
Studien zeigen, dass häufiger sozialer Kontakt Ihr Risiko für alle möglichen
Erkrankungen deutlich senken kann. Wie auch bei allen anderen
Krankheiten gilt auch hier: Suchen Sie das Gespräch mit anderen
Betroffenen, berichten Sie über Ihre Erfahrungen, lernen Sie von den
Anderen.
Die periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK), im Volksmund
wegen der vielen Gehpausen, die Erkrankte einlegen, auch
"Schaufensterkrankheit" genannt, betrifft in Deutschland bis zu 10%
der Über-50-Jährigen, speziell Männer und Raucher. Ursächlich ist
meist eine Verkalkung der Gefässe (Arteriosklerose).
1. Kümmern Sie sich um Ihre Beine und Füsse!
PAVK bedeutet, dass - je nach Stadium der Krankheit - nicht mehr genug frisches, sauerstoffreiches Blut in Ihre Füsse und Beine gelangen kann. Genau dieses benötigt aber jede einzelne Zelle für die Aufrechterhaltung
eines gesunden Stoffwechsels. Demzufolge ist die Empfindlichkeitsschwelle für Verletzungen und Infektionen herabgesetzt und die Heilung von Wunden verzögert. Nehmen Sie jede Verletzung, wenn auch noch so klein, ernst! Sie sollten keine
Wärmeanwendungen an den Beinen betreiben (z.B. Heizkissen o.ä.), wenn
Sie an PAVK erkrankt sind, da diese die Entstehung von Wunden fördern
kann. Waschen Sie Ihre Füsse täglich mit warmem Wasser und Seife,
trocknen Sie sie vorsichtig ab und pflegen Sie sie mit Lotion. Tragen
Sie bevorzugt bequeme, eingelaufene Schuhe. Schlagen Sie Ihre Beine
nicht übereinander, dies behindert zusätzlich die Blutzirkulation.
Wenn Sie Ihre Fussnägel schneiden wollen, weichen Sie sie zunächst in
einem warmen Fussbad ein und schneiden Sie sie dann gerade kürzer. Das
Schneiden von Ecken erhöht das Risiko von Verletzungen.
2. Seien Sie aktiv!
Die Schmerzen, die Sie vielleicht beim Laufen spüren, rühren von einer
im Verhältnis zur Belastung zu geringen Blutversorgung her. Deswegen
mag es Ihnen seltsam erscheinen, dass eine Therapiemöglichkeit in der
aktiven Bewegung besteht. Es ist aber so, dass die Bewegung Ihre
Gefässe trainieren kann, Ihren Blutdruck senkt, und eventuell Ihr
Gewicht reduziert: alles Faktoren, die die Erkrankung insgesamt positiv
beeinflussen. Passen Sie die Bewegung Ihrem Leistungsniveau an: viele
kleine Schritte führen auch zum Ziel. Steigen Sie Treppen statt den
Aufzug zu benutzen. Fahren Sie Fahrrad. Sollten während der Belastung
akut Schmerzen auftreten, so pausieren Sie ein bisschen. Ist es wieder
besser, setzen Sie Ihren Weg fort. Jeden Tag ein Stückchen weiter.
3. Ernähren Sie sich richtig!
PAVK ist im Prinzip die Herzkranzgefässverkalkung der Beine. Viele
Tips, die Sie deshalb schon gehört haben, um einen Herzinfarkt zu
vermeiden, treffen deshalb auch für diese Erkrankung zu;
beispielsweise auch die gesunde Ernährung. Ernähren Sie sich fettarm,
fisch- und fruchtreich, vitaminreich und salzarm. Speziell Öle, die mehrfach ungesättigte Fettsäuren enthalten (z.B. Olivenöl), verbessern die einzelnen Anteile der Blutfette (erhöhen das "gute" Cholesterin und verringern das
"schlechte") und wirken der Arterienverkalkung entgegen, bzw.
verbessern sie. Meeresfische sind reich an sogenannten
Omega-3-Fettsäuren, denen ein günstiger Effekt bei Arterienverkalkung
nachgesagt wird. Der Fettanteil Ihrer Ernährung sollte maximal bei 30%
liegen. Versuchen Sie, fünf mal pro Tag frisches Obst oder Gemüse zu
sich zu nehmen. Fleisch sollte in Ihrem Speiseplan nur gelegentlich
vorkommen. Achten Sie auf dessen Magerkeit. Eigelb enthält eine grosse Menge Cholesterin. Ersetzen Sie das Eigelb in Rezepten durch zwei Portionen
Eiweiss. Dünsten, backen oder kochen Sie Nahrungsmittel, statt sie zu
braten.
4. Seien Sie vorsichtig mit Alkohol!
Studien legen nahe, dass moderater Alkoholgenuss das Risiko
kardiovaskulärer Erkrankungen (Herzinfarkt, Schlaganfall, PAVK ...)
senken kann. Zu viel des Guten hat aber leider auch wieder negative
Konsequenzen für Ihr Herz, Ihren Blutdruck und Ihre Leber. Bedenken
Sie hierbei, dass Frauen etwa nur halb so gut Alkohol abbauen und
verwerten können wie Männer: wenn Er also zwei Gläser Rotwein trinken
darf, sollte Sie es bei einem belassen.
5. Bringen Sie Ihr Gewicht ins Lot!
Ein normales Körpergewicht hat günstigen Einfluss auf Ihren Blutdruck,
der wiederum mit der Entstehung einer Arteriosklerose zusammenhängt.
Sollten Sie an Übergewicht leiden, so sollten Sie sich klarmachen,
dass es hierbei keine schnelle Lösung geben kann und muss.
"Blitzdiäten" sind Scheinerfolge, weil der ausgehungerte Körper danach
noch viel stärker nach dem ihm Versagten fordert. Eine Kombination aus
Sport und einer Diät, die darin besteht, nur die Hälfte von dem zu
essen, was man sonst zu sich nehmen würde, ist am effektivsten. Achten
Sie auf vesteckte Fette in vielen Nahrungsmitteln, speziell aus dem
Convenience-Bereich.
6. Nur kein Stress!
Wie oft lesen Sie das jede Woche? Einmal, zweimal? Und denken sich
immer: wie soll das nur gehen? Jedermann hat seine Probleme, und ein
gewisses Mass an Stress ist wohl nicht zu vermeiden. Stress, der zu
Höchstleistungen anspornt, ist zu begrüssen und bringt uns weiter.
Stress, der uns auslaugt und uns morgens nicht aus dem Bett kommen
lässt, sollte für uns als Warnsignal dienen, etwas an unserem Leben zu
ändern. Bessere Organisation wirkt oft Wunder. Nehmen Sie sich Zwit
für sich, praktizieren Sie Yoga oder Autogenes Training. Ihr Körper
und Ihre Gefässe danken es Ihnen.
7. In letzter Zeit einmal Blutdruck gemessen?
Wie auch bei vielen anderen Erkrankungen gilt: hoher Blutdruck schadet
Ihnen auch bei PAVK! Bei einer Blutdruckmessung unterscheidet man zwei
Werte, den systolischen und den diastolischen Druck. Als "normal"
gilt, wenn ersterer unter 130 und letzterer unter 85 mmHg liegt. (Der
erste Wert beschreibt den Druck in peripheren Gefässen zum Zeitpunkt
der Herzkontraktion, der zweite in den Erholungsphasen dazwischen.)
Wenn Sie von Ihrem Arzt ein Medikament zur Behandlung Ihres hohen
Blutdrucks erhalten haben, so sollten Sie es nach Vorschrift
einnehmen. Auch Sport, gesunde Ernährung, Stressreduktion und
Gewichtsnormalisierung wirken sich positiv aus.
8. Und schon wieder: bitte nicht Rauchen!
Als Raucher haben Sie es bestimmt schwer: ständig sagt man Ihnen, wie
ungesund Ihr Verhalten ist. Es ist nun einmal leider ein Faktum, dass
das Rauchen ein ganz entscheidender Risikofaktor bei der Entstehung von
Herz- und Kreislauferkrankungen ist. Dies sollte für Sie aber nicht
der hauptächliche Grund sein, aufzuhören. Denken Sie lieber daran, was
das Nichtrauchen Ihnen persönlich für unmittelbare Vorteile bringt:
mehr Geld in der Tasche, mehr Zuneigung (selbst Raucher küssen ungern
Ihresgleichen), eine grössere Leistungsfähigkeit und vieles andere
mehr. Denken Sie einmal darüber nach.
9. Achten Sie auf eine optimale Behandlung Ihres Diabetes!
Sind Sie an Diabetes erkrankt, so ist dies zunächst einmal ein Faktum.
Sie können aber zusammen mit Ihrem Arzt daran arbeiten, dass sich Ihr
Blutzucker in einem optimalen Rahmen bewegt. Versuchen Sie,
regelmässig Ihre Medikamente einzunehmen. Halten Sie sich an Ihren
Diätplan, auch wenn es schwer fällt. Leiden Sie an Altersdiabetes, so
sind viele der oben gegebenen Ratschläge auch gegen den Diabetes
hilfreich: Sport, gesunde Ernährung und Nikotinabstinenz sind
wesentliche Basispfeiler!
10. Bringen Sie sich ein!
Freund- und Bekanntschaften können für Ihre Gesundheit Wunder tun!
Studien zeigen, dass häufiger sozialer Kontakt Ihr Risiko für alle möglichen
Erkrankungen deutlich senken kann. Wie auch bei allen anderen
Krankheiten gilt auch hier: Suchen Sie das Gespräch mit anderen
Betroffenen, berichten Sie über Ihre Erfahrungen, lernen Sie von den
Anderen.
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